standard-title Die Kriegergedächtniskapelle

Die Kriegergedächtniskapelle

Gedenkstätte und Mahnmal

Der erste Weltkrieg, der im Sommer 1914 begann und weltweit 2 Millionen Opfer forderte, hatte auch für Mörsdorf weitreichende Folgen. Annähernd 200 Männer zogen in den Krieg, 41 kehrten nicht mehr heim. Die Gräber waren fern der Heimat und so kam der Gedanke eine Kapelle zum Gedenken der Gefallenen und Vermissten zu bauen.

Pastor Helbach bemühte sich, eine geeignete Stelle für das Bauvorhaben zu finden. Die Verantwortlichen entschieden sich für den ehemaligen Franzosenfriedhof an der Ecke Kastellauner-/Lahrerstraße und ließen Pläne zeichnen. Ein Plan von Architekt Böll aus Köln, im Jahr 1918,  war zu teuer und wurde verworfen. 1919 erstellte Josef Bleser aus Bruttig einen zweiten Plan, dieser war jedoch nicht einheitlich. Erst der dritte Plan des Architekten Stahl aus Düsseldorf entsprach den Vorstellungen von Pastor Helbach und wurde umgesetzt.

Ein Beschluss des Gemeinderates vom 02.05.1919  „dem Bürgermeister Johannes Kehsler in Treis das Gemeindegrundstück Flur 12, Nr. 493 für eine Kriegergedächtniskapelle zum Preis von 12 Mark pro Ruthe zu verkaufen“  war der erste Schritt zur Umsetzung des Planes. „Anschließend wird der Pfarrei Mörsdorf kostenlos das Eigentumsrecht übertragen, derweil die Restparzelle als Baumschule und der bisherige Garten bei der Schule als Turnplatz genutzt werden soll.“  Unter der Bauleitung von Philipp Wolf wurde die Kapelle errichtet und an Allerheiligen 1922 eingeweiht. Die wunderschönen Kapellenfenster stifteten die Männer, die aus dem Krieg heimkehren durften.

Bis nach dem zweiten Weltkrieg hingen Fotos von den Gefallenen und Vermissten an den Wänden, seit 1997 waren diese Bilder im Heimatmuseum zu sehen. Beim Gedenkgottesdienst am Kirmesmontag  werden die Fotos seit einigen Jahren vor dem Altar in der Kirche aufgestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg trauerten die Mörsdorfer um 54 Männer, die gefallen waren oder vermisst wurden. Ein Mann starb 1948 an den Folgen seiner Kriegsverletzung.

In der Kapelle wurde in den Jahren 1954 / 55 ein Steinaltar mit einem Relief „Christus auf dem Ölberg“ aufgebaut und zwei Steintafeln mit den Namen der Gefallen und Vermissten der beiden Weltkrieg aufgehängt. Ein kleines Altarkreuz, zwei Holzleuchter, die Bänke und der Opferstock wurden angeschafft.

Im September 2002 verkaufte die Pfarrgemeinde die Kapelle mit dem Grundstück an die Zivilgemeinde zum symbolischen Preis von 1Euro, weil umfangreiche Renovierungsarbeiten anstanden. Die Kapelle wurde innen und außen renoviert sowie die Außenlage neu gestaltet. Die feierliche Einsegnung erfolgte im Rahmen der 900-Jahr-Feier im Juli 2003.

Bei besonderen Festen, jedoch jedes Jahr am Kirmesmontag formiert sich nach dem Gottesdienst ein Ehrenzug, um der Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken. An Fronleichnam wird die Kapelle auch gerne als eine der Altarstationen gewählt und feierlich geschmückt.

Lädt…